„Ich suche meine Motive nicht, ich finde sie!”
 
    
Diese Philosophie meiner Art der Fotografie bedeutet, dass ich mit wachem Auge unterwegs bin und mich von meinen Begegnungen in Form von Orten, Objekten und Situationen überraschen lasse. Ich fotografiere alles, was mir interessant, beeindruckend und erinnernswert erscheint. Da ich mir Zeit lasse, um mein Motiv zu isolieren, sind Menschenbilder eher eine Ausnahme, höchstens mit einer langen Telebrennweite aus dem virtuellen Tarnzelt der scheinbaren Unbeteiligtheit.
   
Dabei geht es mir weniger um das Schaffen von tiefgründigen Werken, sondern darum, als „Chronist“ einen Moment oder eine Situation festzuhalten, die mich gerade bewegt und fasziniert hat. Ich möchte mit meinen Fotos aber auch keine Dokumentationen schaffen, sondern Erinnerungen – Bilder, wie ich sie bei der Aufnahme wahrgenommen habe und will diese Eindrücke mit dem Betrachter meiner Fotos teilen.

Was Erinnerung von Dokumentation unterscheidet, ist das subjektive Sehen. Darunter versteht man die Eigenschaft des menschlichen Auges beim Betrachten einer Sache nur diejenigen Teile davon wahrzunehmen, die auch Interesse finden. Den Rest ignoriert es unbewußt, obwohl real vorhanden. Ärgernisse konventioneller Fotografie in Form von Oberleitungskabeln, Verkehrsschildern, ablenkenden Hintergünden, ins Bild laufenden Personen oder wie sie auch sonst immer heißen, werden in der Begeisterung für ein gutes Motiv schnell übersehen. Im fertigen Bild treten diese störenden Elemente aber um so stärker hervor und schmälern die Bildwirkung. Während der Maler solche Details erst gar nicht anlegt und so seinen Eindruck subjektiven Sehens zu Papier bringt, ist es dem Fotografen bei diesem Verfahren mittels der elektronischen Retusche möglich, das Motiv so freizulegen und Farb- sowie Lichtstimmungen anzupassen, wie er es bei der Aufnahme gesehen hat oder sehen wollte. Dies erfolgt abschließend durch die Bildbearbeitung am Computer, aber überwiegend nur zur Korrektur, seltener zur Generation ganz neuer Inhalte wie etwa durch Composing.
 
Daneben ziehen mich verschiedene Motivbereiche immer wieder in den Bann, allen voran Sportfotos. Typische Fotos diverser Sportarten in teils ungewohnter Perspektive gepaart mit den Emotionen der Sportler geben ein nie endendes Motivfeld.
 
Ebenso faszinieren mich Aufnahmen von Stätten, welche für die Anwesenheit vieler Menschen konzipiert sind wie öffentliche Plätze oder Sportarenen, dann aufzunehmen, wenn nur wenige oder gar keine Besucher anwesend sind.
 
Last but not least komme ich nicht daran vorbei, Fotos zu gestalten, die eine Perspektive von oben nach unten ermöglichen und Arrangements zeigen, die aus normalem Sichtwinkel nicht erkennbar sind. Dabei lege ich allerdings großen Wert auf den Umstand, dass ich weder Drohnen besitze noch dazu verwende und ich beim Fotografieren immer mit beiden Beinen auf dem (Fuß-)Boden bleibe.